XXIII. Diagnostik-Symposium

„Notfälle“

Rund 200 Experten nahmen an der Fachtagung zum Thema «Notfälle» teil. Die Veranstaltung wurde vom labormedizinischen zentrum Dr Risch organisiert und stand unter dem Patronat der Liechtensteinischen Ärztekammer, dem Ärzteverein Werdenberg/Sarganserland sowie der Privaten Universität im Fürstentum Liechtenstein (UFL).

Notfallhilfe am Unfallort

Der leitende Notarzt von Schutz & Rettung der Stadt Zürich, Dr. med. David Schurter, berichtete über präklinische Notfallmedizin am Beispiel des Verkehrsunfalles. Er widersprach dabei der landläufigen Meinung, dass die Hilfe an einem Verkehrsunfall abhängig ist von einer grossen Menge an Hilfsmitteln und Tools. Insbesondere in der ersten Phase seien primär Umsicht, ein kühler Kopf und die Fähigkeit gefragt, sich nicht in den ersten Sekunden auf den nächstbesten Patienten zu stürzen und das Augenfällige zuerst zu behandeln. Vielmehr lohne sich ein strukturiertes Vorgehen nach ABC-Schema; letztlich benötigen nicht immer diejenigen, die die Aufmerksamkeit auf sich lenken, zuerst Hilfe.

Hausärztliche Notfallversorgung

Prof. Oliver Senn, stellvertretender Direktor des Instituts für Hausarztmedizin der Universität Zürich, beleuchtete die hausärztliche Notfallversorgung, ein Kernelement der hausärztlichen Tätigkeit. Bei Notfallkonsultationen gehe es primär um den Ausschluss eines abwendbar gefährlichen Krankheitsverlaufs. Er berichtete über die wissenschaftlich begleiteten Erfahrungen in der Reorganisation des ärztlichen Notfalldienstes in der Stadt Zürich und zeigte auf, dass Notfallpraxen und herkömmlich hausärztliche Formen des Notfalldienstes gleichsam wichtig sind, um dem medizinischen Bedarf gerecht zu werden.

Symptome im Notfall

Der Chefarzt Innere Medizin, des Liechtensteinischen Landesspitals, Dr. med. Martin Liesch, ging sodann auf eines der häufigen Symptome der Notfallmedizin, den akuten Brustschmerz, ein. Dabei liegt bei Patienten in der hausärztlichen Praxis nur in einer Minderzahl der Fälle ein Herzproblem vor, während dies im Spitalnotfall viel häufiger vorkommt. Die klinische Frage, ob es sich um eine gefährliche, akut behandlungswürdige Erkrankung handelt, beruht immer auf einer Kombination von Symptomen, Zeichen und Untersuchungsresultaten, wobei der Stellenwert der klinischen Erfahrung von unschätzbarem Wert ist.

Prof. Dr.med. Mathias Sturzenegger, kürzlich in den Ruhestand getretener Chefarzt der Neurologie des Inselspitals Bern, stellte neurologische Notfälle vor. Dabei behandelt er eines der häufigsten Symptome, den Kopfschmerz. Er stellte Alarmzeichen eines Kopfschmerzes vor. Im Weiteren schöpfte er aus seinem breiten klinischen Erfahrungsschatz und stellte alarmierende Begleitsymptome und Untersuchungsbefunde bei neurologischen Erkrankungen vor.

Der stellvertretende Chefarzt Pädiatrie des Kantonsspitals Chur, Dr. med. Christian Mann, widmete sein Referat pädiatrischen Notfällen. Dabei zeigte er Hauptcharakteristika eines lebensbedrohlichen Notfalls auf und erläuterte im Speziellen den Notfall der Atemwege (z.B. Fremdkörper, Pseudokrupp, Asthmaanfall).

Notfall Depression

Der niedergelassene Psychiater Dr. med. Marc Risch nahm die Besucher auf eine sehr bildhafte Reise des depressiven Krankseins mit. Er spannte den Bogen zwischen Körper- und Seelenmedizin. Angefangen von der Begrifflichkeit dieses häufigen Krankheitsbildes grenzte er die Depression von anderen wichtigen psychischen Erkrankungen ab und vermittelte ein ganzheitliches Verständnis der Depression. Dabei verwies er auch das Fachpublikum auf die eigene Verwundbarkeit. Er hob zudem die Bedeutung der Angehörigen psychisch Erkrankter hervor, die oft als Mitbetroffene im Zuge von Behandlungsbemühungen vergessen werden.

Notfall während Schwangerschaft

Frau Dr. med. Cécile Leimgruber-Schenk, leitende Ärztin der Frauenklinik Grabs, stellte Notfälle aus der Gynäkologie und Geburtshilfe vor. Zentrale Leitsymptome sind dabei Bauchschmerzen, Blutungen und Ausfluss, welche es einzuordnen und zu behandeln gilt. Schliesslich beleuchtete sie an einem Fallbeispiel, wie in der Schwangerschaft bei Oberbauchschmerzen diagnostisch vorzugehen ist und welche Medikamente bei Erkrankungen in der Schwangerschaft guten Gewissens gegeben werden können.

Der Direktor von Tox Info Suisse, Dr.med. Hugo Kupferschmidt, sprach über Diagnose und Therapie bei akuten Vergiftungen. Im Detail präsentiert er Fallbeispiele über Vergiftungen mit Paracetamol, Glykol, Rauch und Pilzen. Seine Institution, eine gemeinnützige Stiftung, führt rund um die Uhr circa 40‘000 Beratungen pro Jahr durch.

Spurensuche im Notfall

Aus der Rechtsmedizin berichtete Dr.med. Daniel Wyler, über Notfälle in Todesfällen oder beispielsweise bei Gewalttaten. Während es bei ersterem um die Ursachenklärung bei aussergewöhnlichen Todesfällen geht, geht es bei letzterem um Dokumentation, Spurenschutz und Spurensicherung, zum Beispiel bei häuslicher Gewalt.

Den Schlusspunkt der Veranstaltung setzte Prof. Dr.med. Peter Schmid-Grendelmeier vom Universitätsspital Zürich, welcher auf Neuerungen der Notfallbehandlung der generalisierten allergischen Reaktion, der Anaphylaxie eingeht. Die Anaphylaxie ist ein plötzlich eintretendes, bedrohliches Symptombild, welchem mit geeigneten Therapeutika, u.a. auch Adrenalin, wirkungsvoll begegnet werden kann.

Die Vorträge können Sie hier herunterladen.

 

09.03.2017
LMZ Dr Risch Gruppe

Kontaktpersonen:

Prof. Dr. med. MPH 

Lorenz Risch

FMH Allg. Innere Medizin, FAMH Labormedizinische Analytik 
Medizinischer Leiter Gruppe, Geschäftsführer West 
T 058 523 33 11
 
Dr. med. 

Martin Risch

FAMH Labormedizinische Analytik 
Stv. VR-Präsident 
T 058 523 33 22
 

14.08.2017 | LMZ Dr Risch Gruppe

Tag der offenen Tür in Buchs und Vaduz

Zur feierlichen Eröffnung der beiden neuen Standorte Buchs/Vaduz möchten wir Sie herzlich zum Tag der offenen Tür am Samstag, 23. September 2017, einladen.

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09.03.2017 | LMZ Dr Risch Gruppe

Unsere neue Webseite mit Herz

Mit frischem Erscheinungsbild und noch mehr nützlichen Inhalten präsentiert sich www.risch.ch neu.

09.03.2017 | LMZ Dr Risch Gruppe

Riport 84

Unsere Hauszeitschrift mit neuem und interessantem aus der (Labor)medizin

18.02.2017 | LMZ Dr Risch Gruppe

Unternehmer des Jahres

Lorenz und Martin Risch sind Entrepreneur of the Year 2016/2017 in Liechtenstein

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Das neue Ribook ist da!

Das aktualisierte Analysenverzeichnis Ribook 2017/2018 steht Ihnen als labormedizinisches Nachschlagewerk ab sofort zur Verfügung. In gedruckter Form und digital.

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Suche nach dem Seltenen

Hier finden Sie die Lösungen zu unserer Suche nach dem Seltenen, einem Quiz über seltene Krankheiten.

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Riportal: LabOrder und LabApp

Das elektronische Riportal unterstützt im Arbeitsalltag individuell

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Am 1. März ist der neue Standort der LMZ Dr Risch Gruppe in St. Gallen erfolgreich in die Produktion gestartet und am Donnerstag, 14.4.2016, feierlich eröffnet worden. Das Team um Dr. med. Walter ...

11.02.2016 | LMZ Dr Risch Gruppe

Antrittsvorlesung von Prof. Dr. med. Lorenz Risch

Das Universitätsinstitut für Klinische Chemie des Inselspitals Bern hat zur öffentlichen Antrittsvorlesung von Prof. Dr. med. Lorenz Risch auf Do.11.Februar 2016 ins Auditorium „Ettore Rossi“, ...

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